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Die Geschichte des Kaffees

Die Geschichte des Kaffee beginnt vor über 1.000 Jahren und ist ebenso reichhaltig und vielfältig wie sein Geschmack. Vermutlich wurden den ersten Kaffeepflanzen am Horn von Afrika an der Küste des Roten Meeres genutzt. Ursprünglich wurde Kaffee jedoch nicht getrunken, sondern gegessen: die ostafrikanischen Stämme mahlten die rohen Kaffeebohnen und stellten daraus mit tierischen Fetten eine Paste her. Zu kleinen Kugeln gerollt, gab die Paste den Kriegern dann die Kraft, die im Kampf und auf der Jagd benötigt wurde.

Später, ungefähr 1.000 n.Chr., stellten die Äthiopier aus Kaffeebohnen eine Art Wein her, der durch Fermentierung der getrockneten Bohnen entstand. Auch die Arabische Halbinsel gehört zum natürlichen Lebensraum der Kaffeepflanzen und dort nutzte man erstmals im 11. Jahrhundert n.Chr. Kaffeebohnen zur Erstellung eines heißen Getränks.

Der Kaffee erlangte durch seine anregende Wirkung schon bald mystischen Status: er wurde zur Erlangung religiöser Extase benutzt und seine Zubereitung wurde von Priestern und Ärzten als Geheimnis bewahrt. Das ist auch die Erklärung für die Legenden die die Entdeckung der "Zauberbohne" umgeben. So besagt eine überlieferte Geschichte, daß ein junger Moslem von einem Gericht zum Tode durch Verhungern verurteilt und in der Wüste ausgesetzt wurde. In seinem Delirium hörte der junge Mann eine innere Stimme, die ihm befahl, von den Früchten des Kaffeebaums zu essen. Da er Bohnen nicht schlucken konnte, weichte er sie in Wasser auf und trank den Sud. Er interpretierte sein Überleben und seine neu gewonnene Energie als Zeichen Gottes und zog aus, seinen Glauben -und das Rezept- weiterzuverbreiten.

Nach einer anderen Legende bemerkte ein Schäfer, daß seine Herde nach dem Verzehr der Beeren des Kaffeestrauchs plötzlich sehr aufgeregt wurden und kaum zu beruhigen waren. Aus Neugier probierte auch der Hirte von den Beeren und begann alsbald mit seinen Tieren zu tanzen, denn ihm gefiel die anregende Wirkung. Sein Tanz wurde von einer Gruppe wandernder Mönche beobachtet, die -nachdem sie der Schäfer eingeweiht hatte- die Kaffeebohnen mit Wasser aufbrühten, um ihre Wirkung zu verlängern und so zu den Nachtgebeten wach und munter zu sein.

Im 15. Jahrhundert begann man in Arabien mit der Kultivierung der Kaffeebohne. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Jemen in Arabien zum wichtigsten Exporteur. Die Nachfrage nach Kaffee im Nahen Osten war sehr hoch; von Konstinaopel bis Alexandria schätzte man besonders den Kaffee, der aus der jemenitischen Hafenstadt Mokka geliefert wurde. Zum Schutz dieses Status durften keine Kaffeepflanzen das Land verlassen. Moslemischen Pilgern gelang es dennoch, im Zuge ihrer Wallfahrten nach Mekka Kaffeepflanzen aus dem Jemen zu schmuggeln. Bald begann man mit der Züchtung von Kaffeepflanzen in Indien.

Seinen Weg nach Südeuropa fand der Kaffee etwa zur gleichen Zeit als neues Handelsgut über den Hafen von Venedig, der Europa mit der arabischen Gewürzstraße verband. Die feine Gesellschaft lernte das Produkte schnell kennen und schätzen, doch für eine breite Popularität sorgten erst die Straßenverkäufer, die neben der angestammten Limonade nun auch Kaffee als zusätzliches Getränk anboten.

Etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts dominierte die holländische Handelsflotte die Weltmeere. Um aus der steigenden Nachfrage eine Geschäft zu machen, begannen die Holländer, im großen Stil in ihren indonesischen Inselkolonien (Bali, Java, Sumatra, Sulwesi) Kaffeebohnen zu züchten. Nach Südamerika wurde der Kaffee durch die Franzosen gebracht, die ihn zunächst nach Martinique exportierten, von wo aus er sich weiter verbreitete.

Mitte des 19. Jahrhunderts zerstörte eine bis dahin unbekannte Krankheit nicht nur die Ernte sondern auch einen Großteil der Kaffeepflanzen in Südostasien. Als Folge entwickelte sich Brasilien zum bedeutendsten Exporteur - eine Stellung die das Land bis heute hält.